Auswüchse der Web-Sperre
haha, das ist ja mal geil. Bin ich gerade bei Heise drüber gestolpert, dass jemand an eine Politikerin geschrieben hat, er werde einen offenen DNS Server nutzen… genauso wie ich das ja hier beschrieben habe.
Die Antwort ist dann mal reichlich unverschämt ausgefallen:
Empört reagierte Fischer daher in einem heise online vorliegenden Schreiben auf die Ankündigung von “Turbo Tux”, die geplanten Web-Sperren durch die Wahl eines offenen DNS-Servers zu umgehen. “Mit der neuen gesetzlichen Regelung bekämpfen wir nicht nur die Verbreitung kinderpornografischer Inhalte im Internet, sondern schützen zugleich Internetnutzer, sichern rechtsstaatliche Grundsätze und ermöglichen ein transparentes Verfahren”, schrieb der Referent zurück. “Sie hingegen haben für sich die technischen Voraussetzungen geschaffen, damit sie sich weiterhin unbeschränkt, wenn Sie denn die Absicht hätten, die Vergewaltigung von Kindern betrachten können und dies auch im Bekanntenkreis weiter empfohlen. Die Kinderschänder in dieser Welt werden es Ihnen danken.” Pädophile, die ihre Neigung bekämpften, würden dagegen der SPD danken, “da sie nun nicht mehr Gefahr laufen, versehentlich auf entsprechende Seiten zu stoßen”.
da muss man sich doch ehrlich wieder mal an den Kopf fassen… wer ist denn bitteschön beim sorglosen und ahnungslosen Surfen schonmal über eine Pädophilen-Seite gestolpert? Ich nutze das Web jetzt seit es existiert (jaja, auch vorher gab es schon Internet, nur halt ohne WWW), und mir ist das noch nie passiert. Wenn jemand sowas sehen will, dann kann er das auch, aber nur gezielt, und nicht aus Versehen. Und er würde sich ja wohl kaum von einer doofen Stop-Seite abhalten lassen, das Nutzen eines offenen DNS-Servers ist ja schliesslich kein geheimes Know-How (könnte es aber wohl bald werden
). Ausserdem verkrümeln die sich ja in geschlossene Nutzergruppen und ähnliches, wie Herr Tauss bereits herausfinden konnte.
Interessant auch die ersten Erfahrungen aus Australien dazu:
In Australien haben derweil just Kinderschutzgruppierungen den Vorstoß der dortigen Regierung zum netzseitigen Filtern und Blockieren krimineller und anstößiger Inhalte scharf kritisiert. In einer gemeinsamen Erklärung betonen die Vereinigungen GetUp, Save the Children Australia und das National Children¹s & Youth Law Centre laut australischen Medienberichten, dass mit dem Vorhaben rund 33 Millionen US-Dollar effektiveren Ansätzen zur Bekämpfung von Kinderpornographie im Internet entzogen würden. Anders als hierzulande soll in Australien von Anfang an auch der Zugang zu Webseiten mit Darstellungen sexueller Gewalt, Anleitungen zu Verbrechen, Gewalttaten und Drogengebrauch sowie der Aufruf zu Terrorismus erschwert werden.
Man sieht also, wie ich bereits geschrieben habe, sind diese Web-Sperren eher kontra-produktiv, da so viel weniger effektiv gegen die Übeltäter vorgegangen wird.